1901 bis 1967

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1901 – 1902

Die Gründung unserer Wehr erfolgte am 28. Februar 1901 mit der Anmeldung beim „Niederösterreichischen Landes-Feuerwehr-Verband“. Anlass für die Gründung war ein Großbrand im Ort. 

Unter Kommandant Josef Pruckner, von Beruf Wirtschaftsbesitzer, betrug die Zahl der Mitglieder zwölf Mann, Stellvertreter war Franz Rath. Josef Pruckner stellte auch das Grundstück für das alte Feuerwehrhaus kostenlos zur Verfügung, das ebenfalls 1901 erbaut wurde. Heute ist es das Lager für die Ausstattung für unser Feuerwehrfest. 

Zeitungsartikel anlässlich der Gründung der
FF Unterwolfsbach

Als Einsatzfahrzeug war ein Pferdegespann angegeben, mit dem ein Hydrophor (Handpumpe) gezogen wurde. Die Pferde wurden damals von den jeweiligen Wirtschaftsbesitzern bei Bedarf zu Verfügung gestellt. 

Das alte Feuerwehrhaus war fast 100 Jahre lange in Verwendung, bis das neue Feuerwehrhaus 1991 feierlich eröffnet wurde.

Im März 1902 – dem ersten Bestandsjubiläum – bestand unsere Feuerwehr aus 20 Mann:

Josef Pruckner, Hauptmann
Franz Rath, Hauptmann-Stellvertreter
Anton Dorn, Schriftführer und Cassier
Franz Ridler, Zugsführer
Franz Ridinger jun., Zugsführer
Josef Böswarth, Rottenführer
Georg Maihofer, Rottenführer
Michael Steinböck, Steiger
Vinzenz Blumauer, Steiger
Josef Hintermaier, Steiger
Anton Gugerell, Steiger
Josef Grubwieser, Hornist
Johann Ridinger, Hornist
Michael Göschl, Feuerwehrmann
Josef Gugerell jun., Feuerwehrmann
Anton Böswarth jun., Feuerwehrmann
Josef Zimmert, Feuerwehrmann
Michael Scharl, Schutzmann
Ferdinand Rath, Schutzmann
Anton Feiertag sen., Schutzmann


1903

leitete Anton Dorn, bisher Schriftführer und Kassier, die Feuerwehr. Er war Besitzer einer Gastwirtschaft. 


1904 – 1907

führte mit hoher Wahrscheinlichkeit Franz Rath die Freiwillige Feuerwehr Unterwolfsbach – hier ist die Quellenlage nicht eindeutig. 

Am 10. Juni 1906 rückte die Feuerwehr zum nächsten Brandeinsatz aus. In Doppel bei Totzenbach fing ein Wirtschaftsgebäude durch Blitzschlag Feuer und brannte nieder. 

Im folgenden Jahr brannte es am 14. September 1907 in Kirchstetten. 


1908 – 1920

war Franz Maurer Hauptmann der Feuerwehr. Er besaß eine Ziegelbrennerei und einen Gemischtwarenhandel. 

Am 14. Mai 1908 brannte es in Inprugg (damals Innbruck). Das Haus und eine Scheune brannten nieder, die Feuerwehren konnten schlimmeres verhindern. 

Das Kaiser-Huldigungsfest am 31. Mai war ein voller Erfolg und bescherte der Feuerwehr gute Einnahmen. 

Kurz danach, am 31. Juli 1908, traf es den Nachbarort Oberwolfsbach. Durch Blitzschlag ging die Scheune am Gehöft des Johann Alt in Flammen auf. Die Feuerwehren konnten das Haus schützen, der Rest brannte nieder. 

Auch bei Bränden am 23. Februar 1911 in Fuchsberg, am 2. Mai 1912 in Umsee, am 14. Mai 1912 in Anzing und am 26. November 1913 in Doppel war die Wehr im Einsatz. 

Am Sonntag, dem 28. Juni 1914 fand der Bezirksfeuerwehrtag in Unterwolfsbach statt. 158 Vertreter der Feuerwehren Neulengbach, Altlengbach, Anzbach, Asperhofen, Christofen, Eichgraben, Grabensee, Kirchstetten, Laaben, Neustift, Ollersbach, Raipoltenbach, Totzenbach und Murstetten (als Gast, da anderer Bezirk) tagten im Spritzenhaus, während die Gäste im Gasthaus Thallmayer feierten. Bezirksvereinsobmann Ferdinand Knasmüller schloss die Sitzung mit einem kräftigen „Gut Heil“ – dem damaligen Feuerwehrgruß.

Gruppenbild aus der Zeit zwischen 1908 und 1920.


1921 – 1929

führte Franz Riedler, von Beruf Zimmerermeister, die Wehr.

In der Nacht vom 29. Oktober 1920 wurde in das Feuerlöschdepot eingebrochen. Die Täter stahlen Messingbestandteile.

Am 17. September 1924 rückte die Wehr zu einem Brand nach Ober-Oberndorf aus. 

Feuerwehrhelm aus den Anfängen unserer Wehr.


1930 – 1947

Urkunde der Ernennung zum Ehrenmitglied für Josef Böswart vom 11. Mai 1930, unterschrieben vom damaligen Kommando: Kommandant Stellvertreter Alois Bürgmayer (links), Kommandant Johann Rath (mitte) und Verwalter Josef Gugerell (rechts) (ZVG: Martin Böswarth)

war Johann Rath Kommandant der Feuerwehr. 

In der Nacht von 31. Mai auf 1. Juni 1934 halfen die Unterwolfsbacher Feuerwehrmänner bei einem Brand in Senning.

Am 1. Juli 1934 erfolgte die feierliche Weihe und Indienststellung der neuen Motorspritze für ein Pferdegespann. Zu diesem Anlass wurde auch wieder der Bezirksfeuerwehrtag in Unterwolfsbach abgehalten.

Mit dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich im Jahre 1938 wurden die Freiwilligen Feuerwehren aufgelöst und Männer und Ausrüstung der Ordnungspolizei unterstellt. Über diese Zeit gibt es kaum Aufzeichnungen, es existieren lediglich ein paar Eintragungen zu Übungen aus den Jahren 1940 bis 1942. 

1945 blieb auch Unterwolfsbach nicht vom Krieg verschont. Mitte April führte die Front durch den Ort, und die bisher erworbene Ausrüstung ging bis auf wenige Stücke verloren. Nur das Feuerwehrhaus blieb erhalten. Im Dorf brannten einige Häuser durch Artilleriebeschuss nieder.

1946 gab es das erste Lebenszeichen nach dem Krieg als Freiwillige Feuerwehr Unterwolfsbach. Einziger „Eintrag“ für dieses Jahr ist das alte Rundsiegel der Feuerwehr.

Dienstbuch 1947

1947 sind im Dienstbuch vier Übungen verzeichnet. Es ging wieder aufwärts.

Motorspritzenweihe am 1. Juli 1934
liegend: links: Johann Schmatz, rechts: Johann Rath
vorne: Franz Zwedorn, Franz Steinberger, Alois Bürgmayr, Kommandant Johann Rath, Kommandant Stellvertreter Josef Gugerell, Georg Schmidt, Johann Joichl
Mitte: Leopold Haslebner, Melotta, Anton Feyertag, Josef Hubmeier, Leopold Schwarz, Josef Scheuch, Karl Preis
hinten: Franz Hössinger, Johann Hössinger, Josef Gnasmüller

1948 – 1958

war Johann Rath, auch „Jager Hans‘l“ genannt, Kommandant der Feuerwehr. Unter seiner Führung begann der Wiederaufbau der Feuerwehr. Gesammeltes Eisen ermöglichte den Kauf eines allradgetriebenen Dodge WC- 52, der von den Amerikanern auf dem Wiener Küniglberg stehen gelassen wurde. 

Ebenso wurden ein Anhänger und eine Motorspritze angeschafft. 

Weinlesefest in Unterwolfsbach am 11. Juli 1950.
vorne: Kommandant Johann Rath, Maria Feyertag, Josef Schindler, Franz Gerstmaier, Gertrude Joichl, Gerstenmaier, Elfriede Hollaus, Franz Aigner, Alois Brandstetter, Josef Gugerell, Theresia Gnant
Mitte: Franz Steinberger, Hans Macho (Goldhauben Sponserer), Elfriede u. Anton Gugerell, Leopold Hofer, Josef Grubwieser, Josef Burger, Josef Gugerell, Tichy, Franz Zeller, Maria Rath
hinten: Ferdinand Rath, Josef Böhm, Karl Koberger, Anton Böswarth, Puchl (BFKDO, Vorname nicht bekannt), Johann Hössinger

Ausrückung zur Glockenweihe nach Ollersbach 1950
vorne: Karl Koberger (Chauffeur), Ferdinand Rath, Josef Böhm
Mitte: Johann Hössinger jun., Johann Rath, Josef Gugerell, Franz Zwedorn sen., Franz Zeller, Josef Hubmaier, Karl Gnant sen.
hinten: Franz Steinberger sen., Johann Hössinger sen., Anton Böswarth 

1959 – 1967

begann unter Kommandant Alois Bürgmayr die Modernisierung der Feuerwehr. Es wurden eine Tragkraftspritze „Modell Rosenbauer“ (Type Automatic 75 VW, Baujahr 1966), eine Sirenenalarmierung, neue Uniformen und weitere Einsatzgeräte angeschafft. Die Tragkraftspritze ist auch heute noch bei Übungen in Verwendung! 

Alois Bürgmayr war unter anderem von 1962 bis 1968 Bezirksfeuerwehrrat, was heute einem Unterabschnittskommandanten entspricht. 

Am 20. April 1960 wurden die Feuerwehr zu einem Waldbrand alarmiert, am 25. April 1964 sicherte sie eine eingestürzte Brücke.

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