Unterabschnittsübung 2018

Unterabschnittsübung 2018

Bei der Übung des Unterabschnitts West, die heuer in Unterwolfsbach stattfand und von uns organisiert wurde, war vieles neu und vieles anders als bisher. Änderungen, die nicht auf ungeteilte Zustimmung stießen. Gemeinsam mit dem Roten Kreuz Neulengbach arbeiteten wir ein Szenario aus, das alle Übungsteilnehmer forderte. Auch für das Rote Kreuz wurde eine möglichst realistische Situation geschaffen: Bezirksstellenleiterstellvertreterin Katrin Wiesinger schminkte unsere „Opfer“ und erklärte ihnen die entsprechenden Symptome zu ihren Verletzungen. Auch ein Stahlstift im Bein war dabei – dazu musste nicht viel erklärt werden!

Die Lage:

Die FF Unterwolfsbach (FF UW) wird gegen 18.50 Uhr wegen Brandverdachts im Übungsobjekt alarmiert. Das Tanklöschfahrzeug (TLF) rückt in der Stärke 1:4 aus. Bei der Anfahrt stellt der Einsatzleiter (EL) fest, dass über dem Gebäude Rauch steht. Die Erkundung des Objekts ergibt starke Rauchentwicklung im nordostwärtigen Teil. Der EL informiert Üb-Florian über die Lage. Üb-Florian erhöht kurz vor 19.00 Uhr die Alarmstufe auf B3, der EL befiehlt den Einsatz eines Atemschutztrupps (ATS-Trp). Nach Bestätigung der Abfahrt eines TLF mit ATS-Trp beginnt der ATS-Trp UW mit dem Innenangriff.

Der ATS-Trp dringt zum Brandherd vor. Beim ersten Löschversuch wird jedoch Staub aufgewirbelt, was zu einer Staubexplosion führt. Der gesamte ATS-Trp fällt aus und bleibt im Brandobjekt liegen. Der EL wird durch die Druckwelle ebenfalls verletzt und fällt aus. Der Maschinist bleibt unverletzt.

Diese Lage stellt sich der ersten eintreffenden Feuerwehr des UA dar.

In weiterer Folge erfährt der Einsatzleiter, dass im Gebäude auch Kinder vermisst werden.

Der Gedanke, eine Lage mit dynamischer Entwicklung darzustellen, ging auf. Die Einsatzleitung wechselte durch den Ausfall von Unterwolfsbach zur ersten eintreffenden Feuerwehr des Unterabschnitts. Nach etwa 15 Minuten wechselte sie wieder zu Unterwolfsbach, an einen Feuerwehrmann, der zum Einsatz nachgekommen war. Nach anfänglicher Verwirrung mit Tendenz zum 3D-Einsatz (drunter, drüber, durcheinand‘) hatten die jeweiligen Einsatzleiter die Lage im Griff, und Menschenrettung, Brandbekämpfung und Schutz nahmen ihren Lauf.

Nach etwa einer Stunde und körperlicher Höchstleistungen der eingesetzten Atemschutztrupps – immerhin retteten sie drei Kameraden in voller Atemschutzausrüstung – wurde Übungsende befohlen.

„Das war eine Übung nach meinem Geschmack.“ sagte Abschnittskommandant BR Franz Gruber beim Resümee nach der Übung vor angetretener Mannschaft, Ehrengästen und Übungsbeobachtern. Das Chaos entspräche der Situation bei einem echten Einsatz, so Gruber.

Die Einsätze im heurigen Winter haben gezeigt, dass eine Ausrückestärke von 1:4 für uns realistisch ist – wenn nicht sogar am oberen Ende steht. Dass mehr als ein oder zwei Personen nachkommen, kann ausgeschlossen werden. Passiert dann etwas, ist bei uns „zamg’räumt“.